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Geschrieben von
Jora Dahl
18.03.2019

Kleine Anleitung zum Säen und Ernten von Schnittblumen

Alle Samen haben verschiedene Ansprüche und Besonderheiten, deswegen sollten immer die Hinweise auf dem Sorten-Etikett beachtet werden. Bei dem Folgenden handelt es sich nur um allgemeine Hinweise, die jedoch meist ihre Gültigkeit haben.

Das Material

Für die Samenanzucht benötigen Sie:

-Pflanztöpfe mit Anzuchterde oder Tabs

-Zimmergewächshaus

-Gießkanne mit feinem Brausekopf

-Flüssigdünger

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Materialien zur Samenanzucht. Wir empfehlen, die Samen gleich in einzelne kleine Töpfe oder in Tabs (z.B. aus Kokossubstrat) zu setzen. Tabs haben den Vorteil, dass sie nicht extra mit Anzuchterde befüllt werden müssen. Es ist die einfachste Variante. Wenn Sie Töpfe bevorzugen, sollte immer nur hochwertige Anzuchterde eingefüllt werden, die garantiert keimfrei ist. Die Töpfchen können aus Kunststoff sein und jedes Jahr wiederverwendet werden oder aus biologisch-abbaubarem Material. Hier wird die Pflanze mitsamt dem Topf später in das Beet gesetzt. Ebenso kann man mit selbstgerollten Töpfen aus Zeitungspapier verfahren. Für die ersten Tage der Keimung ist ein Zimmergewächshaus eine tolle Anschaffung, da es ein optimales Klima herstellt. Günstige Varianten gibt es in jedem Gartencenter. Etwa vier Wochen nach der Keimung sollten die Jungpflanzen 2x pro Woche mit normalem Flüssigdünger gedüngt werden (halbe Dosierung wie angegeben). Eine Gießkanne mit feinem Brausekopf ist unerlässlich, da ein zu harter Wasserstrahl die zarten Samen wegspült.

Der Standort

Den richtigen Standort für die Pflanztöpfchen zu finden ist nicht einfach. Er sollte in erster Linie hell sein, da Jungpflanzen viel Licht benötigen, um gut zu gedeihen. Am besten also ein helles Fensterbrett wählen. Wenn die Sonne jedoch zu sehr scheint, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Erde nicht austrocknet. Ist dies einmal geschehen, sind die Samen nicht mehr zu retten.

Der Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt zur Aussaat ist von Sorte zu Sorte verschieden. Grundsätzlich gilt: Eine Anzucht im Haus ist zu bevorzugen, da die Jungpflanzen hier geschützt sind und früher blühen als bei einer späteren Direktsaat im Beet. Viele einjährige Pflanzen sind frostempfindlich. Sie sollten wirklich erst ausgepflanzt werden, wenn die Frostgefahr vorüber ist. In den meisten Regionen Deutschlands ist dies ab Mitte Mai der Fall. Frostverträgliche Sorten (z.B. Nigellas) können auch zu einem früheren Zeitpunkt direkt gesät werden.

Samen ansäen

Wenn nicht anders angegeben, empfiehlt sich folgender Weg: Erde im Topf oder Tab gründlich wässern, dass sie feucht, aber nicht nass ist. Jeweils zwei Samen in das Töpfchen oder Tab setzen und leicht mit Erde bedecken (gilt nicht für Lichtkeimer). In ein Zimmergewächshaus stellen und die ersten Tage feucht (nicht nass!) halten. 1x pro Tag den Deckel zum Lüften abnehmen. Wenn die ersten Pflänzchen zu sehen sind, sollte der Deckel ganz abgenommen werden. Sie sollten alle paar Tage die Position der Töpfe verändern, da sich die Jungpflanzen nach der Sonne richten und sonst schief wachsen können. Wenn beide Samen im Topf gekeimt sind, entfernen Sie eine Pflanze oder setzen Sie diese in ein neues Töpfchen (pikieren). Vier Wochen nach der Keimung sollten die Pflänzchen 2x pro Woche mit normalem Flüssigdünger, am besten in Bioqualität, gedüngt werden. Verwenden Sie dazu die halbe Menge, die auf der Packung angegeben ist. Sobald der Topf/das Tab durchwurzelt ist, können die Jungpflanzen ausgepflanzt werden. Es kann sinnvoll sein, diese vorher ein paar Tage abzuhärten, in dem sie stundenweise draußen an einen nicht zu sonnigen Ort gestellt werden. Falls noch Frostgefahr besteht können Sie die Pflanzen auch in einen etwas größeren Topf umpflanzen, damit sich die Wurzeln weiterhin optimal ausbreiten können. Bei einer großen Menge an Jungpflanzen macht das allerdings viel Arbeit. Hier hilft es, nicht zu früh mit der Anzucht zu beginnen.

Jungpflanzen auspflanzen und pflegen

Sobald die Frostgefahr vorüber ist und die Jungpflanzen einen gut durchwurzelten Ballen besitzen, können sie an den eigentlichen Pflanzort umgesetzt werden. Bitte beachten Sie dabei die Abstände, die auf dem Etikett angegeben sind. Auch im Garten sollten Sie die Pflanzen regelmäßig wässern und düngen. Die Pflege ist aber lange nicht so aufwendig wie bei Gemüse, da die meisten Sorten ausgesprochen robust sind. Bei hochwachsenden Pflanzen mit großen Blüten sollten Sie rechtzeitig eine Stützmöglichkeit bieten. Das kann ein Stab sein, an dem der Haupttrieb angebunden wird. Bei mehreren Pflanzen eignet sich auch ein ca. 30 cm über dem Boden gespanntes Netz, in das die Pflanzen hineinwachsen. Sie können auch dünne lange Zweige in den Boden stecken und umknicken, was sehr natürlich aussieht.

Blumen schneiden

Bei vielen einjährigen Schnittblumen ist Entspitzen eine wichtige Methode, um eine stärkere Verzweigung und damit eine erhöhte Blütenproduktion zu fördern. Wenn die Jungpflanze ca. 20 cm hoch ist, wird dabei einfach der Hauptrieb der Pflanze mit der Schere oder den Fingern entfernt.

Sobald sich die ersten Blüten bilden, können diese für die Vase geschnitten werden. Viele Sorten werden durch regelmäßigen Schnitt dazu angeregt, immer mehr Blüten zu produzieren. Andere Sorten wie z.B. Nigellas produzieren nur einmal Blüten, können aber schubweise alle 2-3 Wochen direkt ins Beet nachgesät werden (diese bitte nicht entspitzen). Verblühte Pflanzteile sollten immer abgeschnitten werden.

Generell gilt: Man sollte Blüten möglichst morgens oder abends schneiden und direkt in sauberes (keimfreies) Wasser zur Erholung ein paar Stunden in den Schatten stellen.

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