Aster cordifolius ‚Chieftain‘, Leucanthemella serotina and grasses, oak trees

5 Dinge, die ich in der Gartensaison 2026 gelernt habe

Das Gartenjahr ist zu Ende, Zeit für eine Reflektion! 

Mein Gartenjahr endet im Herbst. Bevor es wieder mit dem Pflanzen von Blumenzwiebeln, dem Säen von Cool Flowers und dem Umgestalten losgeht, nutze ich die letzten warmen Sonnenstrahlen im Garten und schreibe mir immer die Dinge auf, die funktioniert haben, und die Dinge, mit denen ich unglücklich war. Dieses kurze Innehalten, diese kleine Reflexion, ist so hilfreich. Mir passieren Fehler dadurch nie zweimal, und gleichzeitig helfen die Gedanken, klarer zu spüren, welche Bedürfnisse einem wirklich wichtig sind und wohin die niemals endende Reise gehen soll. Hier kommen meine Gartengedanken zur Saison 25/26.

1. Jedes Jahr ist anders

Letztes Jahr haben meine Dahlien um diese Zeit fantastisch geblüht. Aus einer Knolle traten teilweise bis zu 50(!) Blüten gleichzeitig hervor. Dieses Jahr fällt die Blüte viel schwächer aus. Woran das liegt? Weder an den Knollen noch an meinen Fähigkeiten … Nach dem Ende der Hitzewellen gab es in Hamburg viel zu wenig Sonnenschein. Über lange Strecken war der Himmel bewölkt, und das ist in einem zum Teil von Bäumen verschatteten Garten wirklich ein Problem. Meine Pflanzen brauchen wirklich gutes Wetter, um viele Blüten zu zeigen. Ich lerne: Jedes Jahr ist anders, und es liegt nicht immer am Pflanzenmaterial oder an den eigenen Fähigkeiten.

2. Nur die Harten kommen in den Garten

Der Klimawandel hat diesen Sommer mit einer Hitzewelle nach der nächsten und viel Trockenheit richtig zugeschlagen. Wer im Garten damit am besten klargekommen ist? Definitiv meine Stauden! Selbst wenn oberirdisch alles vertrocknet aussah, weil es eine Gießpanne gab (der Urlaubshelfer hatte aus Versehen meine Bewässerungsanlage abgebaut), sprießen jetzt nach dem Schnitt die ersten grünen Blätter, weil die Staude mit der Kraft ihrer Wurzel tatsächlich überlebt hat.

3. Rasen braucht Geduld 

Unser Boden ist sehr verhärtet und teilweise mit Bauschutt durchsetzt. Das sind keine idealen Bedingungen für einen wirklich schönen Rasen. Im Frühjahr habe ich nicht daran geglaubt, dass er im Sommer gut aussehen würde, und trotzdem ist es gelungen. Wie ich das gemacht habe? Ich habe immer wieder nachgesät. Ich streue das Saatgut nicht allein, sondern mische es mit guter Gartenerde und trete es etwas fest. Das hilft den kleinen Sämlingen beim Wachsen. Rasen braucht wirklich viel Geduld und Aufmerksamkeit, um über Jahre gut auszusehen. Zum Glück ist meine Rasenfläche kleiner als meine Beetfläche.

4. Ein Sofa im Garten verändert vieles 

Ich habe mich immer sehr dagegen gewehrt, zu viele „Wohnzimmermöbel“ im Garten aufzustellen, und mich meist mit schlichten Liegestühlen begnügt, die ich je nach Sonnenstand flexibel platzieren kann. Dieses Jahr durfte das Gartensofa aus meinem Gewächshaus aber raus auf die Terrasse und hat sich zum absoluten Lieblingsplatz gemausert. Ich schlafe, lese, esse und arbeite darauf, und ich genieße es, all das so unglaublich gemütlich unter freiem Himmel zu tun. Gefüllte Vitamin-D-Speicher und gute Laune sind dazu noch wunderbare Nebeneffekte. Es lohnt sich immer, auch nach Jahren im Garten noch einmal neue Lieblingsplätze zu schaffen oder einfach alte Prinzipien über Bord zu werfen.

5. Ranunkelglück im Frühsommer

Anfang des Jahres hatte ich viel Stress, weil ich begonnen hatte, mein großes Gartenbuch zu schreiben, das Ende Januar im GU Verlag erscheinen wird. Über viele Monate hatte ich eine Doppelbelastung als Autorin, und was mal wieder zu kurz gekommen ist, war die Gartenarbeit. Erst relativ spät, Ende März, habe ich in einer Panikattacke all die nicht vorgezogenen Ranunkeln und Anemonen schnell ins Beet gesteckt und war nicht wirklich überzeugt, dass es funktionieren würde. Aber siehe da! Es kann so einfach sein. Ich hatte dieses Jahr eine wunderschöne Ranunkelblüte, auch dank der kühlen Temperaturen im Frühsommer. Und damit sind wir wieder beim ersten Thema: Der Garten überrascht uns jedes Jahr aufs Neue, im Positiven wie im Negativen. Akzeptanz, Geduld und Dankbarkeit, aber auch das Loslassen von großen Ideen, Plänen und Pflanzungen – es gehört alles dazu. Genau wie im echten Leben.

 

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