Warum das Gartenjahr bei mir im Herbst beginnt

Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, denn für mich beginnt genau jetzt das Gartenjahr, nicht erst im Frühling. Während viele beginnen ihren Garten langsam auf den Winter vorzubereiten, fängt für mich die eigentliche Arbeit erst an, denn was jetzt gepflanzt und vorbereitet wird, entscheidet darüber, wie üppig der Garten im nächsten Jahr blüht. Einer der größten Fehler, den ich immer wieder beobachte: Die meisten Gärtnerinnen starten erst im März in die Gartensaison, aber das ist viel zu spät! Wer wirklich einen Garten will, der im nächsten Jahr in voller Pracht steht, muss schon jetzt aktiv werden. Hier erfahrt ihr welche Aufgaben bei mir jetzt anstehen.

1. Blumenzwiebeln setzen

Der Herbst (September bis November) ist die perfekte Zeit für alle Frühlingsblüher. Zwiebelpflanzen wie Tulpen, Narzissen oder Kaiserkronen brauchen eine kalte Ruhephase im Boden, um im Frühjahr austreiben zu können. Wer jetzt pflanzt, gibt ihnen genau die Zeit, die sie brauchen, um vor dem Frost Wurzeln zu bilden. Das ist die Basis für kräftige, gesunde Blüten im nächsten Jahr.

Ich pflanze nicht nur unzählige Zwiebeln in meine Beete, sondern fülle auch jeden einzelnen Kübel damit – der Anblick im Frühling ist einfach herrlich. Ein besonderer Tipp von mir: die Zwiebellasagne! Dabei werden mehrere Zwiebelschichten übereinander in den Kübel gesetzt, sodass die Blüten zeitlich versetzt erscheinen und der Kübel über Wochen hinweg immer wieder neu erblüht. Der Effekt ist einfach nur Wow. Wie das funktioniert seht ihr hier.

2. Ranunkeln und Anemonen pflanzen

Ranunkeln und Anemonen gehören zu den dankbarsten Frühsommerblühern überhaupt, sind aber im Vergleich zu klassischen Zwiebeln etwas anspruchsvoller in der Vorbereitung. Werden sie jetzt in die Beete gesetzt, nutzen sie die feuchtkühle Herbst- und Winterzeit, um sich langsam zu etablieren, und starten im Frühling mit einem deutlichen Vorsprung durch. Und nicht nur das, die Blütezeit verlängert sich durch die frühe Pflanzung deutlich. Wie gut sie den Winter überstehen, hängt stark vom Standort ab: In milden Regionen und geschützten Lagen können sie meist ohne Weiteres im Freien bleiben. Wird es bei euch aber sehr kalt, solltet ihr unbedingt einen Winterschutz verwenden, etwa eine Mulchschicht aus Laub, damit die Knollen keinen Frostschaden nehmen.

3. Cool Flowers vorziehen und pflanzen

Cool Flowers sind winterharte einjährige Schnittblumen, die Kälte gut vertragen und sogar von ihr profitieren. Im Herbst gepflanzt, entwickeln sie bereits ein stabiles Wurzelsystem, bevor der Winter kommt, dadurch wachsen sie im Frühjahr deutlich schneller und kräftiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr die Samen direkt draußen in Töpfen vorziehen könnt und euch keine Gedanken um fehlenden Platz auf dem Fensterbrett machen müsst. Zusammen mit Ranunkeln und Anemonen sorgen sie für ein wahres Blütenfeuerwerk im Frühsommer.

4. Staudenbeete anlegen

Der Herbst ist der ideale Pflanzzeitpunkt für Stauden. Der Boden ist noch warm genug, damit Wurzeln aktiv wachsen können, während oberirdisch kein Energieaufwand mehr in Blätter oder Blüten fließt. So können Stauden die kalten, feuchten Monate optimal zum Einwurzeln nutzen und erreichen im ersten vollen Gartenjahr schon eine stattliche Größe, ein Vorsprung, den eine Frühjahrspflanzung nie aufholen kann. Probiert es unbedingt aus.

Herbst

5. Den Garten umgestalten

Neue Beetformen anlegen, Gartenbereiche neu planen, Wege verändern: All das gehört jetzt erledigt, nicht erst im Frühjahr. Der Grund ist einfach: Wer erst im März oder April umgestaltet, verschenkt die besten Monate des Gartenjahres, weil der Garten dann während der Hauptsaison wie eine Baustelle aussieht. Wird dagegen im Herbst umgestaltet, hat sich bis zum nächsten Frühling schon alles gesetzt, und neue Bereiche wirken, als wären sie schon immer da gewesen.

Fazit

Wie ihr seht, ihr müsst nicht bis zum Frühjahr warten, um in das Gartenjahr zu starten, ganz im Gegenteil: Wer jetzt schon aktiv wird, schenkt sich selbst einen Frühling, der schon in voller Blüte steht, während andere gerade erst anfangen. Für mich ist genau das der Zauber des Herbstes: die Vorfreude auf etwas, das man heute schon in die Erde legt, aber erst Monate später sehen wird. Genau deshalb beginnt mein Gartenjahr immer im September.

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